Fotoratgeber
So fotografieren Sie Ihr Tier für ein Gemälde
Damit Ihr Gemälde besonders schön wird, ist die Qualität der Vorlage, also des Fotos, das Sie mir zusenden, die wichtigste Grundlage. Drei Aspekte spielen hierbei eine entscheidende Rolle:
Kamerawinkel: Wie oben erwähnt, ist beim Smartphone der Porträtmodus zu empfehlen, bei einer Kamera das passende Objektiv
Beleuchtung: Natürliches Licht sorgt für die beste Farbdarstellung
Fotowinkel: Fotografieren Sie idealerweise auf Augenhöhe mit Ihrem Tier
Nähe zum Tier: Achten Sie darauf, das Foto möglichst aus der Nähe aufzunehmen. Dies gilt sowohl für Porträt- als auch für Ganzkörperaufnahmen, um das Tier klar und detailliert darzustellen
In diesem Ratgeber teile ich mein Wissen, das ich mir über die Jahre angeeignet habe, um Ihnen bei der Aufnahme des perfekten Fotos zu helfen. In den nachfolgenden Beispielen zeige ich anhand eigener Fotos meiner Katzen, wie Sie diese Prinzipien anwenden können. Die gleichen Grundsätze gelten auch für andere Tiere, wie Hunde oder Pferde.
Das richtige Equipment
Für Bilder mit hoher Auflösung empfehle ich, wenn möglich, eine Kamera zu nutzen. Ich selbst verwende die Fujifilm X-T4, eine spiegellose Kamera mit APS-C-Sensor. Für Porträt- oder Ganzkörperaufnahmen nutze ich das Festbrennweitenobjektiv Fujifilm XF 33mm f/1.4 R LM WR, das eine natürliche Perspektive bietet, die unserem menschlichen Sehfeld ähnelt. Auf einer Vollformatkamera entspricht dies etwa einem 50-mm-Objektiv.
Objektive mit kürzerer Brennweite, wie 35 mm oder weniger (auf Vollformat bezogen), gehören zum Weitwinkelbereich. Weitwinkelobjektive können interessante Effekte erzeugen, sind jedoch für klassische Porträts oder Ganzkörperaufnahmen weniger geeignet, da sie Proportionen verzerren können.
Die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten einer Kamera kann beeindruckende Ergebnisse liefern, aber für diesen Ratgeber konzentriere ich mich auf das Wesentliche. Mein Tipp: Stellen Sie Ihre Kamera auf den Automatikmodus ein, besonders wenn Sie ein modernes Gerät besitzen. Diese Einstellungen sind inzwischen so ausgereift, dass sie hervorragende Ergebnisse liefern. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, sich ganz auf das Tier, den Moment, die Beleuchtung und den Winkel zu konzentrieren.
Wenn Sie sich jedoch mit Ihrer Kamera auskennen und tiefer in die Technik eintauchen möchten, können Sie natürlich auch manuelle Einstellungen vornehmen. Dieser Ratgeber richtet sich jedoch vor allem an Einsteiger.
Wenn Sie ein Smartphone verwenden
Das Problem bei Smartphones ist, dass die Bilder oft nur auf dem kleinen Display gut aussehen. Sobald sie jedoch vergrößert dargestellt werden, beispielsweise auf einem Computermonitor, um alle Details zu erkennen, sind diese häufig unscharf oder es treten leichte Verwacklungen auf. Je nach Modell können auch die Farben schlecht oder verwaschen wirken.
Achten Sie daher darauf ein neues Modell mit einer guten Kamera zu verwenden. Da viele Smartphones standardmäßig im Weitwinkelmodus eingestellt sind, empfehle ich, in den Porträtmodus zu wechseln. Falls diese Einstellung nicht verfügbar ist, können Sie ggf. in Ihren Handy-Kameraeinstellungen ein anderes Objektiv wählen, um eine natürlichere Perspektive zu erzielen und Verzerrungen zu vermeiden.
Wichtiger Hinweis: Bitte verwenden Sie keine Bildbearbeitung oder Filter. Schicken Sie mir das unbearbeitete Foto idealerweise im JPEG-Format. Ich werde es entsprechend zuschneiden und, falls erforderlich, die Werte leicht anpassen.
Erläuterung zu den Beispielbildern (Teil 1)
Das erste Bild zeigt eine gute Perspektive (auf Augenhöhe) und einen schönen Ausdruck, jedoch gibt die Beleuchtung die natürliche Färbung des Fells nicht korrekt wieder.
Das zweite Bild ist zu dunkel, und der Ausdruck des Tieres ist weniger ansprechend.
Das dritte Bild hat eine gute Beleuchtung und einen schönen Ausdruck, wurde jedoch von oben aufgenommen, der Winkel ist nicht ideal.
Das vierte Bild zeigt eine stimmige Beleuchtung, aber der Winkel ist von unten aufgenommen und somit weniger geeignet. Das untere Bild zeigt hingegen beide Katzen mit Blick in die Kamera. Der Betrachtungswinkel und die Beleuchtung sind ideal, was es zur besten Wahl für ein Gemälde macht.
Erläuterung zu den Beispielbildern (Teil 2)
Das erste Bild ist überbelichtet. Es wurde bei natürlichem Licht aufgenommen, allerdings zur Mittagszeit ( als die Sonne zu grell war) und mit zu weit geöffneter Blende und zu niedriger Verschlusszeit. Das untere Bild, aufgenommen bei Sonnenaufgang, zeigt ein angenehmeres Licht und ist in diesem Beispiel das Idealbild.
Kameratipp: Bei hoher Beleuchtung sollten Sie die Verschlusszeit erhöhen oder die Blende weiter schließen.
Das zweite Bild scheitert an zwei Kriterien: Beleuchtung und Winkel.
Das dritte Bild hat einen akzeptablen Ausdruck, ist jedoch nicht auf Augenhöhe aufgenommen.
Das letzte Bild zeigt einen hohen Betrachtungswinkel und nicht optimale Beleuchtung. Das darunter liegende Beispiel ist für ein Gemälde besser geeignet.
Erläuterung zu den Beispielbildern (Teil 3)
Das erste Bild ist zu dunkel, da der Kater im Gegenlicht, also mit dem Rücken zum Fenster, fotografiert wurde. Betrachtungswinkel und Objektiv stimmen. Das untere Bild wurde mit einer professionellen Beleuchtung aufgenommen und wäre daher eine gute Wahl.
Das zweite Bild hat eine schöne Stimmung, aber die Position der Kamera ist ungeeignet.
Das vorletzte Bild ist fast perfekt, jedoch stimmt die Beleuchtung nicht und es ist zu dunkel.
Das letzte Bild ist dynamisch, eignet sich jedoch nicht für ein klassisches Gemälde. Das untere Bild wäre hier vorzuziehen.
Extra-Tipps
Profil- oder ¾-Aufnahmen wirken besonders edel. Setzen Sie Ihr Tier dazu vor ein Fenster oder in dessen Nähe, um natürliches Licht einzufangen. Vermeiden Sie hierbei eine zu starke, direkte Sonneneinstrahlung, da das Bild dann schnell überbelichtet und so Details verloren gehen.
Zusammenfassung und Checkliste der wichtigsten Punkte
Verwenden Sie eine hochwertige Kamera oder ein Smartphone: Nutzen Sie, wenn möglich, eine Kamera. Vielleicht können Sie sich ja auch eine im Bekanntenkreis ausleihen.
Achten Sie auf natürliches Licht: Fotografieren Sie idealerweise am Morgen oder späten Nachmittag.
Professionelle Beleuchtung: Falls verfügbar, verwenden Sie professionelle Beleuchtung oder fotografieren Sie bevorzugt im Freien. Mit einem Smartphone sollten Sie vorzugsweise nur draußen oder in der Nähe eines Fensters fotografieren.
Bitten Sie um Hilfe: Nehmen Sie einen Partner, Bekannten oder Freund zur Unterstützung mit. So können Sie sich voll und ganz auf das Fotografieren und Ihr Tier konzentrieren.
Vermeiden Sie Weitwinkelaufnahmen: Verwenden Sie ein geeignetes Objektiv (siehe Equipment) für Ihre Kamera oder stellen Sie beim Smartphone den Porträtmodus ein (ohne Weichzeichner) oder wählen Sie in Ihren Handy-Kameraeinstellungen ein anderes Objektiv aus, um eine natürlichere Perspektive zu erzielen und Verzerrungen zu vermeiden.
Natürlicher Ausdruck und stimmige Proportionen: Konzentrieren Sie sich auf einen natürlichen Ausdruck Ihres Tieres sowie auf harmonische Proportionen. Fotografieren Sie aus einem Betrachtungswinkel auf Augenhöhe.
Kameraeinstellungen: Damit Sie sich voll auf ihr Tier konzentrieren können, stellen Sie bei der Kamera die Einstellungen für ISO, Verschlusszeit und Blende am besten auf Automatik.
Gewinnen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Tieres: Verwenden Sie ein Spielzeug hinter der Kamera, am besten übernimmt Ihr Assistent diese Aufgabe, oder sprechen Sie mit Ihrem Tier. Auch ungewöhnliche Geräusche können helfen, die Aufmerksamkeit Ihres Tieres zu gewinnen.
Fotografieren Sie auf Augenhöhe: Gehen Sie beim Fotografieren in die Hocke und möglichst nah an Ihr Tier heran. Bei einer Kamera kann ein gutes Objektiv dies durch Zoomen ersetzen, besonders wenn Ihr Tier scheu ist und sich vor der Nähe der Kamera fürchtet.
Kamera gerade halten: Halten Sie die Kamera möglichst parallel zum Untergrund, auf dem sich das Tier befindet, und vermeiden Sie schräge Winkel. Nutzen Sie, wenn verfügbar, die Wasserwaagen-Funktion Ihrer Kamera oder Ihres Smartphones. Halten Sie die Kamera ruhig und gehen Sie nah heran. Dies ist entscheidend sowohl für Porträt- als auch Ganzkörperaufnahmen.

